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Schaum im Ablauf der Kläranlage

Wenn „am Ende" einer biologischen Abwasserreinigung plötzlich rein weißer Schaum auftritt, ohne dass der Sandfang oder die Belebung schäumt, hat dies, wie Untersuchungen der Laborgesellschaft für Umweltschutz mbH (LGU) auch an anderen Kläranlagen gezeigt haben, in den meisten Fällen folgende Ursache: Erfährt Belebtschlamm insbesondere im Nachklärbecken eine längere Aufenthalts- oder Lagerzeit unter anaeroben Bedingungen, können Bakterien tensidähnliche Substanzen und Eiweißverbindungen als Stoffwechselprodukte erzeugen und in die Wasserphase abgeben. Diese „Biotenside“ und natürlichen Eiweiße schäumen ähnlich wie die in Haushalten verwendeten Tenside in Wasch- oder Reinigungsmitteln bzw. wie Eiweißverbindungen im Bier. Es entsteht ein weißer, lockerer Schaum, der aber mit einfachen Schütteltests von Schäumen, die von anthropogenen Tensiden herrühren, zu unterscheiden ist. Die weißliche Schaumbildung, welche zeitweise im Ablauf der Kläranlage auftritt, ist mit einer ganz natürlich auftretenden Schaumbildung in Oberflächengewässen durchaus zu vergleichen. Der Schaum im Auslauf der Kläranlage ist auf besondere Bedingungen in den Nachklärbecken zurückzuführen, die in aller Regel abwassertechnisch kaum beeinflusst werden können. Weder die Belebtschlammbiozönose noch die Zu- und Ablaufwerte der Kläranlage zeigen in diesen Fällen Auffälligkeiten. Dieser Schaumeintrag ist nicht mit einer klassischen Gewässerverunreinigung wie z.B. mit Sauerstoffzehrung im Vorfluter, oder einer toxischer Belastung des Gewässers zu vergleichen.